Pferdefütterung

Mit Dr. rer. nat. Christina Fritz (http://www.sanoanimal.de)

Was braucht das Pferd?

Raufutter

Heu
8-16kg pro Tag und Pferd, am besten ständig zur freien Verfügung. Heunetz mit kleinen Maschen verlängern die Fresszeit.

Stroh
Zum Knabbern zwischen durch zur Verfügung stellen

Bsp. für Beschäftigung, Zahnabnutzung, Produktion Speichel und Verdauungssektret, Hauptlieferant Mineralien, Spurenelemente und Vitaminen etc.

Kraftfutter

Hafer
Kann ganz oder frisch gequetscht verfüttert werden.
Wird früh im Dünndarm verdaut -> schnelle Energie

Gerste
Darf nur gequetscht oder gewalzt verfüttert werden.
Wird später im Dünndarm verdaut -> langsamere Energie

Bsp. für schnelle Energie, Eiweisslieferant für zusätzlichen Muskelbedarf, Lieferant für Fettsäuren

Saftfutter

Karotten, Äpfel
Bsp. für Belohnung

Was braucht das Pferd nicht?

Silage / Heulage / Haylage / Feuchtheu

Silageprozess benötigt Michsäurebakterien daneben entsehen bei fast jedem Silierungsprozess Schimmelpilze.
Milchsäurebakterien kommen beim Pferd nur in geringen Mengen im Magen vor.

Auswirkung:
Ansiedlung von Milchsäurebakterien im Dünn- und Dickdarm
Verdrängung der Darmflora durch Milchsäurebakterien
Überlastung der Leber mit Giftstoffen und Säuren aus dem Darm
Zeitlich verzögert können folgende Krankheiten und Symptome entstehen: Kotwasser, Durchfall, Kolik, Magen- und Darmgeschwüre, Hufrehe, Strahlfäule, Hufabszesse, Mauke, (Sommer-)Ekzem, Lymphstau, angelaufene Beine, Sehnenschäden, Leistungsabfall, Rückenblockaden, Kreuzschlag, Allergien
etc.

Heucobs, Heupresslinge

Cobs und Presslinge müssen immer eingeweicht gefüttert werden um Schlundverstopfungen und Kolik zu vermeiden.
Nur Notfallfütterung für alte Pferde ohne Zähne, kein Heuersatz für "gesunde" Pferde!

Müslis, Pellets

Werden für den Besitzer gemacht da sie gut riechen (ätherische Öle) und gut aussehen.
Werden gern gefressen dank Geschmacksregulanzien

Inhaltsstoffe
Mais: leicht lösliche Stärke (Blutzuckerspiegel), schwer lösliche Stärke (Michläurebakterien)
Melasse: Nährboden für Bakterien und Pilze, Blutzuckerspiegelbelastung
Struktur: verlängern die Darmpassage bis zu einer Woche, Fehlgärungen im Dickdarm
Weizen: enthält Gluten (Klebereiweiss) führt zu Darmschleimhautentzündungen
Dinkel: "Urdinkel" recht gut verträglich, Hochleistungsdinkel entspricht Weizen
Apfeltrester: besteht aus Pektin und Fruchtzucker -> Kotwasser
Rübenschnitzel: enthalten Pektine und Zucker -> Kotwasser
etc.

Leckerchen

Bananen: enthalten relativ viel Magnesium, viel Zucker, stören die Darmflora, häufig schadstoffbelastet
Zitrusfrüchte: stören empfindlich die Darmflora, zu sauer, schadstoffbelastet
Brot: besteht aus Weizenmehl (Gluten) und evtl. Roggenmehl (noch mehr Gluten)
Karotten: hoher Gehalt an B-Carotin, viel Zucker. 2-3 Karotten am Tag ok, mehr ist schädlich. Hufrehepferde keine Karotten!

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Pferde fit füttern: Wie ich mein Pferd artgerecht ernähre

Pferde fit füttern meint nicht etwa, den Pferden mit Zusatzfutter zu einer besseren Ausschöpfung des Potentials zu verhelfen. Vielmehr beschäftigt sich das Buch mit dem Thema artgerechte Fütterung aus verschiedenen Blickwinkeln. Neben der genauen Beschreibung der Vorgänge im Verdauungstrakt werden auch die verschiedenen Futtermittel und ihre Wirkung auf den Stoffwechsel des Pferdes betrachtet. Der Leser findet hier eine Anleitung dafür, sein Pferd genau auf dessen Bedürfnisse abgestimmt zu füttern und damit gesund zu erhalten.